
Wer sich für eine Arbeitsstelle interessiert, informiert sich heutzutage oft auf Arbeitgeberbewertungsportalen wie Kununu und Glassdoor über das Unternehmen. Eine gute Durchschnittsbewertung kann in Zeiten des Fachkräftemangels viel wert sein. Doch Bewerbende prüfen potenzielle Arbeitgeber nehmen auch gezielt einzelne Faktoren unter die Lupe.
Mitarbeitende bewerten Arbeitgeber in verschiedenen Kategorien
2026 gibt es zahlreiche Online-Portale zur Bewertung von Arbeitgebern in Deutschland, die Jobsuchenden helfen, sich über die Arbeitsbedingungen in Unternehmen ein erstes Bild zu machen. Zu den bekanntesten zählen kununu, Glassdoor oder Indeed.
Die Bewertungen stammen überwiegend von Mitarbeitenden, aber auch ehemalige Beschäftigte oder Praktikanten und Praktikantinnen sowie Auszubildende können dort verfassen, was sie an dem jeweiligen Unternehmen positiv oder negativ finden.
Im Zentrum steht meist eine Gesamtbewertung, die sich in Form von einer Durchschnittspunktzahl oder der durchschnittlichen vergebenen Sterne aus allen Bewertungen ergibt. Für die freiwillige Beurteilung gibt es viele verschiedene Kategorien, die teilweise sehr unterschiedlich bewertet werden: So kann es für die Arbeitsatmosphäre die volle Punktzahl geben, für Gehalt und Zusatzleistungen jedoch ein schlechtes Feedback.
Zu den weiteren Bereichen, die bewertet werden können, zählen der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden, das Vorgesetztenverhalten und die Art der Kommunikation im Unternehmen, die Work-Life-Balance sowie Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Bewerber prüfen Umgang mit Kritik
Dass diese Arbeitgeberbewertungsportale eine gewichtige Rolle im Bewerbungsprozess spielen, bestätigten bereits verschiedene Studien. Wie ein österreichisches Forscherteam im Jahr 2023 untersucht hat, nutzen etwa zwei Drittel der Arbeitssuchenden solche Plattformen. Sie seien neben Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis die glaubwürdigste Quelle.
Jobinteressenten tauchen laut der Studie tief in die Unternehmensseiten auf den Bewertungsplattformen ein: Sie nehmen sich nicht nur Zeit, die einzelnen Einschätzungen genauer zu betrachten, sondern achten etwa auch auf den Umgang der Firmen mit kritischen Einträgen. Jeder Zweite achte auf die Argumentation des Arbeitgebers und zieht daraus Rückschlüsse, ob das Unternehmen für infrage kommen kann oder nicht.
Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden können wertvolle Hinweise liefern, sollten jedoch nicht als objektive und vollständige Abbildung der Realität verstanden werden. Wie bei vielen Bewertungsformaten äußern sich häufig vor allem Personen mit besonders positiven oder besonders negativen Erfahrungen. Wer weder stark begeistert noch stark enttäuscht ist, gibt oft keine Bewertung ab. Dadurch kann der Gesamteindruck eines Unternehmens unausgewogen wirken.
Auch die Anzahl der vorhandenen Bewertungen ist entscheidend. Für eine belastbarere Einschätzung sollte idealerweise mindestens eine dreistellige Menge an Erfahrungsberichten vorliegen. Einzelne Arbeitgeber weisen zwar sehr hohe Durchschnittswerte auf, diese beruhen jedoch mitunter nur auf zehn oder 20 Bewertungen. Ebenso wichtig ist, wie aktuell die Einträge sind, denn ältere Einschätzungen spiegeln die heutige Situation möglicherweise nur noch eingeschränkt wider.
Darüber hinaus lassen sich Manipulationsversuche auf solchen Plattformen nicht vollständig ausschließen. Auffällig viele sehr knappe Spitzenbewertungen ohne konkrete Beispiele, nahezu identische Formulierungen oder plötzlich auftretende Häufungen von Bewertungen sollten daher aufmerksam geprüft werden.
Beispiel Finanzsektor: Auf was Arbeitssuchende achten
Die Finanzbranche ist sowohl für Absolventen und Absolventinnen als auch für Quereinsteiger eine interessante Option im Berufsleben. So sucht beispielsweise die tecis Finanzdienstleistungen AG immer wieder talentierte Nachwuchskräfte mit Hochschulabschluss, die entweder eine Beraterkarriere anstreben oder sich auf längere Sicht als Führungskraft in dem Unternehmen positionieren wollen. Was können Interessierte aus Bewertungen herauslesen?
Der Firmeneintrag von tecis bei kununu deutet auf einen guten Arbeitgeber hin: Die durchschnittliche Bewertung der Zufriedenheit der Mitarbeitenden liegt bei 4,7 von 5 möglichen Punkten. Das ist deutlich mehr als der Branchenschnitt, auf den Arbeitssuchende ebenso achten wie auf die Weiterempfehlungsrate, die bei tecis bei 95 Prozent liegt.
Vor allem mit der Unternehmenskultur und der Vielfalt im Unternehmen sind die gut 2.500 Bewertenden hoch zufrieden (jeweils 4.8 von 5 Punkten), aber auch die Kategorien Karriere und Gehalt sowie Arbeitsumgebung fallen mit jeweils 4,7 Punkten kaum ab.
Wer sich also die verschiedenen Informationen auf einem Bewertungsportal ansieht und einordnet, kann sich schon vorm ersten Kontakt ein umfangreiches Bild vom potenziellen Arbeitgeber machen.