
Arbeitsschutz ist mehr als der Aushang an der Wand und mehr als Sicherheitsschuhe. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein eigenes Berufsfeld mit einem gesetzlichen Rahmen, einer Ausbildungsstruktur und stabiler Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Die Fachkraft für Arbeitssicherheit, abgekürzt Sifa, ist keine Staffage im Betrieb, sondern Berater der Unternehmensleitung, der Führungskräfte und der Belegschaft. Technisch vorgebildete Persönlichkeiten, die sich eine beratende und mitgestaltende Funktion vorstellen können, finden hier einen Beruf mit Perspektiven.
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist kein Freiwilligendienst. Das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) und die DGUV Vorschrift 2 verpflichten jeden Arbeitgeber, ganz gleich in welcher Branche und Größe, eine Sifa zu bestellen und sie in Schriftform zu beauftragen. § 6 ASiG legt die Aufgaben fest, § 7 ASiG die qualitative Anspruchsniveaus. Bereits hieraus ergibt sich eine strukturelle, konjunkturunabhängige Nachfrage. Unternehmen aller Branchen benötigen qualifiziertes Sicherheitspersonal nicht nur in Zeiten des Wachstums, sondern jederzeit.
Jobinteressierten, die sich in Nordrhein-Westfalen orientieren, sei ein Blick auf die entsprechenden Vermittlungsangebote geraten. Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit in Düsseldorf zu finden oder sich vermitteln zu lassen, gelingt über Portale, die auf dieses Arbeitsfeld spezialisiert sind. Der Düsseldorfer Raum gehört zu den Gegenden mit besonders vielen offenen Stellen auf diesem Gebiet.
Das Berufsbild ist weitaus vielfältiger, als viele glauben. Die Hauptaufgabe ist beratend: Die Sifa unterstützt den Arbeitgeber bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen, bei der Gestaltung der Arbeitsplätze und bei der Errichtung der erforderlichen Schutzmaßnahmen. Grundlage dafür ist die geforderte Gefährdungsbeurteilung, die systematisch alle physikalischen, chemischen und psychischen Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz erfasst.
Zu den weiteren Aufgaben gehören Begehungen der Betriebe in regelmäßigen Abständen, Mitwirkung bei der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung, Beratung über die Beschaffung technischer Arbeitsmittel, Untersuchung der Arbeitsunfälle mit Erarbeitung entsprechender Maßnahmen zur Wiederholungsverhütung, Mitarbeit bei der Erstellung von Alarm- und Rettungsplänen sowie Beratung bei der Einführung neuer Arbeitsverfahren.
Ein nicht zu unterschätzender, oft vernachlässigter Teil der Arbeit ist die Kommunikation. Die Sifa steht zwischen der Unternehmensleitung, dem Betriebsrat, den Beschäftigten und den Behörden. Wer hier Erfolg haben will, muss nicht nur auf technischem Gebiet bewandert sein, sondern auch in der Lage sein, die Sicherheitsthemen so zu vermitteln, dass sie bei den verschiedenen betriebsverantwortlichen Stellen verstanden werden und er auf den verschiedenen betrieblichen Ebenen argumentieren kann.
Die Zugangswege sind geregelt. Grundvoraussetzung ist eine abgeschlossene Ausbildung als Ingenieur, Techniker oder Meister und eine mindestens zweijährige Praktikantentätigkeit in diesem Bereich. Mit der neuen DGUV Vorschrift 2, gültig seit 2025, wurde das Qualifikationsprofil.
Zusätzlich können nun auch Fächerabsolventen naturwissenschaftlicher und arbeitswissenschaftlicher Studiengänge, wie z. B. Chemie, Physik, Biologie, Ergonomie oder Arbeits- und Organisationspsychologie, die Ausbildung zur Sifa beginnen, sofern eine Einzelfallgenehnung durch die staatliche Aufsicht vorliegt.
Die eigentliche Qualifizierung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit erfolgt durch einen Lehrgang, der in drei Ausbildungsstufen gegliedert ist. In Stufen I und II werden die allgemeinen sicherheitstechnischen Grundlagen behandelt, Stufe III ist branchenspezifisch ausgerichtet. Die Lehrgänge werden von den Berufsgenossenschaften und der DGUV angeboten und sind durch diese anerkannt. Erst nach erfolgreichem Abschluss aller drei Stufen gilt die Ausbildung als vollständig, erst dann kann die förmliche Bestellung durch den Arbeitgeber erfolgen.
In der Regel ist die Weiterbildung berufsbegleitend möglich; die Dauer beträgt etwa zwei Jahre. In den meisten Fällen übernehmen die Berufsgenossenschaften die Lehrgangs-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten, der Arbeitgeber zahlt die Lohn- oder Gehaltsfortzahlung während der Seminarzeiten.
Für Sicherheitsfachkräfte herrscht gegenwärtig ein angespanntes Bewerberfeld, die Nachfrage ist groß. So spiegeln sich auch in der Vergütung diese günstigen Verhältnisse wider. Der Verdienst wird, je nach Quelle, mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 50.000 bis 55.000 Euro brutto angegeben, Berufseinsteiger beginnen meist bei etwa 43.000 bis 48.000 Euro. Mit wachsender Berufserfahrung sind auch 60.000 Euro und darüber hinaus möglich, in der Chemie- und Pharmaindustrie aber auch in vielen anderen Branchen.
Eine Analyse der regionalen Verteilung der offenen Stellen ergibt Schwerpunkte in den Ballungsräumen. Überdurchschnittlich viele Stellenangebote für diesen Beruf gibt es in Düsseldorf, in Berlin und in Essen. Gerade Nordrhein-Westfalen als Bundesland mit starker Industrie und großem Branchenmix hat besonders viele potentielle Arbeitgeber zu bieten, vom produzierenden Betrieb über Logistikunternehmen bis zu Krankenhäusern und öffentlichen Verwaltungen.
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit ist kein klassischer Schreibtischberuf, aber auch kein reiner Außendienstberuf. Sie ist eine Schnittstellenarbeit, in der technisches Verständnis und kommunikative Begabung gebraucht wird. Wer sich nicht in einer rein ausführenden Tätigkeit sieht, sondern gestalten, beraten und verantwortlich tätig werden möchte, hat hier ein Betätigungsfeld mit echtem Einfluss auf die Arbeitsbedingungen anderer Menschen gefunden.
Wer mit dem Gedanken spielt, diesen Beruf einzuschlagen, sollte sich frühzeitig mit dem eigenen Arbeitgeber oder der zuständigen Berufsgenossenschaft in Verbindung setzen; die Anmeldung für die Sifa-Ausbildung erfolgt in der Regel nur über das Unternehmen. Eine andere Möglichkeit ist, als Quereinsteiger zu einem externen Arbeitsschutzdienstleister zu wechseln, der Sifas an verschiedene Betriebe entsendet. Dieser Weg ist mit vielen wechselnden Einsatzbereichen auch für viele andere ein interessanter Berufseinstieg in das Feld.