Richtige Körpersprache für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch

Richtige Körpersprache für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch


Psychologisch geschulte Personaler gewinnen ihren Eindruck vom potenziellen neuen Mitarbeiter nicht nur aus dem, was er oder sie sagt, sondern auch aus der Körpersprache. Die sogenannte nonverbale Kommunikation ist ein wichtiger Faktor im Bewerbungsgespräch. Eine falsche Körpersprache kann dem Gesagten konträr gegenüberstehen und so einen eventuell guten Eindruck komplett zunichtemachen. Deshalb ist es wichtig, bestimmte Gesten und Körperhaltungen zu vermeiden und andere gezielt einzusetzen.

Die häufigsten Gesten, die Personalchefs negativ auffallen

Der ausgestreckte Zeigefinger am Kinn deutet auf angestrengtes Nachdenken hin
Der ausgestreckte Zeigefinger am Kinn deutet auf angestrengtes Nachdenken hin, kann aber auch als Drohgebärde oder als „Besserwisserfinger“ aufgefasst werden.

Wenn hier die Rede von Gesten ist, die Personalchefs negativ auffallen, so sind damit immer Gesten gemeint, die verstärkt auftreten. Das Kratzen am Hinterkopf weist auf Verlegenheit hin. Tritt es einmal auf, wird kein Personalchef dem Bewerber daraus einen Strick drehen. Die normale Nervosität vor einem Bewerbungsgespräch ist auch dem zukünftigen Chef bewusst. Wer sich allerdings während des gesamten Gesprächs am Hinterkopf kratzt, zeigt damit, dass er Nervosität nur schwer ablegen kann und von ihr in gewissem Maße gefangen ist. Das kann sich dann durchaus schon mal nachteilig auf den Gesamteindruck auswirken. Es geht also immer um massiv auftretende Körpergesten. Grundsätzlich kann zwischen großen und kleinen Signalen des Körpers unterschieden werden. Die oben genannte Geste des Kratzens am Hinterkopf zählt zu den kleinen Gesten. Große Gesten sind unter anderem:

  • Lächeln
  • ein gezielter Blick
  • die Art des Händedrucks
  • Gesamtkörperhaltung
  • Kopfschütteln oder Nicken mit dem Kopf
Beim Bewerbungsgespräch ist es besonders wichtig, bei den großen Gesten nicht unangenehm aufzufallen. So wie der geschulte Blick des Personalers aus der Betrachtung der Gestik seine Schlüsse zieht, kann auch jeder Mensch durch die Eigenbetrachtung seiner Körpersprache diese bewusst beeinflussen. Dabei ist beispielsweise ein Lächeln dem ausdruckslosen Pokerface vorzuziehen. Ganz allgemein ist immer eine gute Mischung gefragt. Der Schritt vom Lächeln zum Grinsen ist nicht weit, ebenso wie der vom Blickkontakt zum Anstarren. Ein bisschen Übung ist hier unbedingt vonnöten. Die AOK hat auf ihrer Webseite ein paar nützliche Übungen zu diesem Thema aufgelistet. Allerdings sollte bei aller Wichtigkeit des Themas auch nicht übertrieben werden.

Unternehmensgründer Heinz Patzelt erklärt, worauf es ankommt

Heinz Patzelt hat im Laufe seiner beruflichen Karriere beide Seiten kennengelernt, die des kleinen Angestellten und die der Führungskraft. Er hat sich innerhalb eines international operierenden Unternehmens der Sportwettenbranche vom einfachen Kassenangestellten bis zum Geschäftsführer hochgearbeitet. Seit 2008 leitet er sein eigenes Unternehmen Sportfreunde Informationsdienste GmbH und klärt potenzielle Kunden von Wettanbietern mit Testberichten, hilfreichen Informationen und Neuigkeiten über die Aktivitäten der verschiedenen Anbieter auf. Als Chef eines Teams von Redakteuren, Journalisten und Experten der IT-Branche hat er schon etliche Einstellungsgespräche geführt und weiß genau, worauf es dabei ankommt. Für ihn ist vor allem ein authentisches Auftreten wichtig. „Mir sind Bewerber lieber, die authentisch auftreten und dabei auch mal die ein oder andere nervöse Geste zeigen, als Bewerber, bei denen ich den Eindruck habe, dass ich es mit einem Schauspieler zu tun habe. Allerdings achte natürlich auch ich auf die allgemeine Körpersprache. Bei fehlendem Blickkontakt während des Gesprächs verliere ich beispielsweise schnell das Interesse.“ Während eines Bewerbungsgespräches gibt es abseits des eigentlichen Gespräches drei prekäre Phasen:

  • Begrüßung
  • Hinsetzen
  • Verabschiedung
Heinz Patzelt gibt dafür wertvolle Tipps, die ihm des Öfteren negativ aufgefallen sind: „Wenn jemand den Raum betritt und noch an seiner Kleidung nestelt, habe ich gleich den Verdacht, dass diese Person unvorbereitet ist. Auch wenn es vielleicht nur eine Verlegenheitsgeste ist, das Kostüm glatt streichen, das Hemd noch einmal in die Hose stopfen, das sind Dinge, die den Eindruck erwecken, dass dieser Mensch Hektik verbreitet, nicht in sich ruht und unvorbereitet ist. Es mag in manchen Fällen ungerechtfertigt sein. Aber es entsteht ein unangenehmer Eindruck, der später bei der Betrachtung des Gesamtbildes ausschlaggebend dafür sein kann, dass ich mich für einen anderen Bewerber entscheide.“ In der folgenden Grafik sind noch einmal die wichtigsten Gesten zusammengefasst, die entweder positiv oder negativ auf das Gegenüber wirken.

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Weitere Tipps zur Körpersprache bei Bewerbungsgesprächen

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Das Zitat von Laotse in der obigen Grafik haben wir uns nicht umsonst ausgesucht. Wer es unterlässt, Blickkontakt mit seinem Gesprächspartner zu halten, wirkt desinteressiert und unhöflich. Wie wichtig richtige Körpersprache ist, zeigen die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen. Danach gehen nur sieben Prozent des Eindrucks, den wir bei der Erstbegegnung mit einem Menschen hinterlassen, auf das tatsächlich Gesagte zurück. Der Rest des Bildes formt sich dem Gegenüber ausschließlich aus Gesten, Mimik und Köperhaltung. Auch wenn es vielleicht schwerfällt, ein entspanntes Herangehen wirkt in der Regel sympathisch und souverän. Der Gedanke, dass der Gesprächspartner auch nur mit Wasser kocht, kann dabei hilfreich sein. Im Folgenden kommen noch einmal typische Gesten und Körpersignale in den drei kritischen Phasen Begrüßung, Hinsetzen und Verabschiedung zur Sprache.

Körpersprache bei der Begrüßung – Der erste Eindruck zählt

Der Moment der ersten Kontaktaufnahme von Angesicht zu Angesicht ist die Begrüßung. Hier geht es in erster Linie um den Händedruck. Ein zu schlaffer Händedruck zeugt von wenig Selbstbewusstsein. Forscher der Universität Iowa fanden heraus, dass der Händedruck den Ton bestimmt, in dem das folgende Gespräch stattfindet. „Wir werden wahrscheinlich nicht bewusst den Händedruck einer Person erinnern, ob er gut oder schlecht war", glaubt George Stewart, Associate Professor für Management und Organisationen in der Tippie College of Business. „Aber der Händedruck ist einer der ersten nonverbalen Hinweise, die wir über die gesamte Persönlichkeit der Person bekommen und dieser Eindruck ist es, woran wir uns erinnern."

Richtig

Falsch

  • fester Händedruck von maximal 4 Sekunden Dauer mit Augenkontakt
  • Zu schlaffer Händedruck
  • Zu fester Händedruck
  • Schütteln der Hand

Wie man sich bettet so liegt man

In Bezug auf das Platz nehmen im Bewerbungsgespräch meinen diese Worte des Volksmundes, dass ein Gespräch auf Augenhöhe und in sich ruhend nur jemand führen kann, der bequem sitzt. Sich lediglich auf die vordere Sitzkante des Stuhls zu setzen, hat die gleiche Wirkung wie ein zu schlaffer Händedruck. Das gegenteilige Tabu ist Lümmeln oder Fläzen. Manierlos erscheint auch, nach dem Hinsetzen die Arme hinter dem Kopf zu verschränken oder die Beine lässig übereinanderzuschlagen. Eine Sparsamkeit in den Gesten zeugt von guter Erziehung und Bescheidenheit. Gute Manieren sind ein wichtiger Erfolgsfaktor im Beruf. Wer seine Sitzhaltung im Verlauf des Gesprächs an die des Gegenübers anpasst, punktet doppelt. Experten nennen diese Vorgehensweise Spiegeln der Körpersprache oder den Chamäleon Effekt, weil sie Vertrauen und Sympathie herstellt. Eine Selbstverständlichkeit sollte es sein, sich erst zu setzen, nachdem man dazu aufgefordert wurde.

Richtig

Falsch

  • Gesamte Sitzfläche einnehmen
  • Aufrechte Sitzhaltung
  • Beine nebeneinander
  • Arme und Hände locker im Schoß
  • Körper leicht vorgelehnt
  • Im Verlauf des Gesprächs die eigene Sitzhaltung an die des Gegenübers anpassen
  • Sitzen auf der vorderen Kante des Stuhls
  • Lümmeln oder Fläzen
  • Beine übereinander schlagen
  • Arme verschränken
  • Pseudo-Denkerposen

Die Verabschiedung – der letzte kritische Moment

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Auch wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, den guten Eindruck kann eine mangelhafte Verabschiedung noch einmal komplett zunichtemachen. Hier gilt es, noch einmal konzentriert zu sein. Es ist noch einmal ein Händedruck fällig, der genauso gut wie die Begrüßung vonstattengehen sollte: fester Händedruck mit Augenkontakt und der Abschiedsformel „Auf Wiedersehen“. Ein „Tschüss“ oder „Leben Sie wohl“ erweckt nicht gerade den Eindruck, dass Sie ein Mitarbeiter des Unternehmens werden wollen. Tatendrang. Beim Gang aus dem Raum werden Sie beobachtet. Das heißt, ein aufrechter Gang mit der nötigen Körperspannung sollte der letzte Eindruck sein, den Sie beim Bewerbungsgespräch hinterlassen haben. Das gilt auch noch auf der Straße. Erst außer Sichtweite können Sie all die Dinge tun, die Sie vielleicht schon ein paar Minuten früher getan hätten, also schimpfen, rauchen, zittern, schreien oder freuen.



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